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Aus dem Förderverein

Auch die Aktivitäten des Fördervereins Evangelische Kirchengemeinde Heusenstamm e. V. wurden in den letzten Monaten durch Corona weitgehend ausgebremst.
Nur die beiden Gottesdienste zum Bonhoeffer-Gedenken am 18.11.2020 sowie der Literarische Gottesdienst am 27.12.2020 von Sophie Eckert, der 2. Vorsitzenden des Fördervereins, vorbereitet und gestaltet, konnten stattfinden.
Heidemarie Eickmeier

Literarisch-musikalischer Gottesdienst am 27.12.2020

„Die Auferstehung von Georg Friedrich Händel“ nach Stefan Zweig in „Sternstunden der Menschheit“ war Gegenstand des Gottesdienstes, den Prädikantin Sophie Eckert zusammen mit Professor Karl Rathgeber an der Orgel gestaltete.
Gelesen wurden die prophetischen Worte aus dem Jesaja-Buch, die Händel zu dem berühmten Oratorium „Der Messias“ inspirierten und an die die Predigt mit literarischen Textsequenzen von Stefan Zweig anknüpfte.
Zu hören waren die Orgelstücke von Georg Friedrich Händel und William Boyce, einem Zeitgenossen Händels, die aber teils für Streichorchester oder sogar für eine Spieluhr komponiert wurden und die Prof. Rathgeber in Bearbeitungen für Orgel spielte. Höhepunkt der musikalischen Darbietung war die Pifa, eine Art Hirtenmusik aus dem „Messias“.
Sophie Eckert

Von guten Mächten wunderbar geborgen

Dem Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers war der Abendgottesdienst am Buß- und Bettag, 18.11.2020 gewidmet. Worte von Bonhoeffer wurden in einer Dialogpredigt zu Gehör gebracht und von ihm verfasste Gebete gesprochen.
Erinnern wir uns in Auszügen der Worte, die Dietrich Bonhoeffer gesprochen, geschrieben, gepredigt hat.
In seinem Glaubensbekenntnis spricht er uns Mut zu, den wir auch heute so nötig haben.
Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen. Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein. Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet. Menschen suchen Gott. Sie suchen Lebenssinn.
Auch Dietrich war ein Fragender und Suchender. Hier einige Verse aus seinem Gedicht
„Wer bin ich?“
Wer bin ich? Sie sagen mir auch, ich trüge die Tage des Unglücks gleichmütig, lächelnd und stolz, wie einer, der das Siegen gewohnt ist.
Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selber von mir weiß?
Unruhig, sehnsüchtig und krank, wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle, hungrig nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen, dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe, zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung, umgetrieben im Warten auf große Dinge, ohnmächtig und bangend um Freude in endloser Ferne, müde und leer zum Beten, zum Denken und Schaffen, matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?
Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer?
Bin ich beides zugleich?
Vor Menschen ein Heuchler und vor mir ein verächtlicher Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer, das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, du kennst mich, dein bin ich, o Gott!
Bonhoeffer hat sich Gedanken um die Zukunft der Kirche gemacht und analysiert in seinem „Schuldbekenntnis“:
Die Kirche bekennt ihre Furchtsamkeit, ihr Abweichen, ihre gefährlichen Zugeständnisse.
Sie hat ihr Wächteramt und ihr Trostamt oftmals verleugnet.
Sie hat dadurch den Ausgestoßenen und Verachteten die schuldige Barmherzigkeit oftmals verweigert.
Sie war stumm, wo sie hätte schreien müssen, weil das Blut der Unschuldigen zum Himmel schrie.
Sie hat das rechte Wort in rechter Weise zu rechter Zeit nicht gefunden.
Aber Dietrich hatte auch eine Vision, die er seinem Patenkind schrieb:
„Bis du groß bist, wird sich die Gestalt der Kirche sehr verändert haben. (…) Es ist nicht unsere Sache, den Tag vorauszusagen, aber der Tag wird kommen, an dem wieder Menschen berufen werden, das Wort Gottes so auszusprechen, dass sich die Welt darunter verändert und erneuert. Es wird eine neue Sprache sein, vielleicht ganz unreligiös, aber befreiend und erlösend wie die Sprache Jesu."
Leben in Gottes Geborgenheit kann man nicht schöner ausdrücken als
„Von guten Mächten“
Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar.
So will ich diese Tage mit Euch leben und mit Euch gehen in ein neues Jahr.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von Prädikantin Sophie Eckert und Team (Heike Graf und Sabine Rüger) und von Prof. Karl Rathgeber an der Orgel, der auch stellvertretend für die Gemeinde die Lieder gesungen hat.
Sophie Eckert

Poetry Slam am 11.10.2020

  • Michael ProchnowPoetrySlam am 11.10.2020 in der Ev. Kirche
  • Michael ProchnowPoetrySlam am 11.10.2020 in der Ev. Kirche

Hier geht es zu dem Bericht der "Offenbach Post" über die o.g. Veranstaltung.

Und mit diesem Link können Sie das dazu gehörige Video auf Youtube ansehen.

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