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Kreative und experimentierfreudige Krippenkinder kommen ins Gespräch

In der Kreativecke des Bistros: Farben und Papier liegen immer bereit und wer möchte, malt drauf los. Knete steht sichtbar, aber kindersicher, auf dem Regal, die Kinder wissen das und können jederzeit danach fragen.
Sprache begleitet unser (all-)tägliches Tun. Beim Kreativsein kommen die Menschen (groß und klein) ins Erzählen. Beispiel Kind (2,6): „Ich male einen Hubschrauber!“ – Claudia: „Und was macht der Hubschrauber?“ Kind: „Der ist dreckig! Der muss gewaschen werden!“ Claudia: „Und wer soll den waschen?“ Kind: „Der Abschlepper!“ Claudia: „Und wie macht der das?“
Beim Malen erzählt das Kind seine Gedanken und daraus formt sich innerlich eine Geschichte! Die weiterführenden Fragen der Pädagogin hallen im Kind nach und so übt es sich im Formulieren von Worten, von Zeitangaben, im bildlichen Denken und Ausbauen von Sätzen, Grammatik und Geschichtssträngen – und das alles lustvoll und ohne Druck! Sobald wir Erwachsenen Antworten erwarten und darauf bestehen, verstummen Kinder – Sprache wird dann nicht als etwas Lustvolles erlebt, sondern als stressig. Und Stress mindert bekanntlich die kognitiven Fähigkeiten, von allen Menschen, egal ob groß oder klein!
Kinder, deren Wortschatz schon etwas ausgereifter ist, stellen wir „offene“ Fragen – das sind solche, auf die mit einem Satz geantwortet werden kann und die das Kind anregen, ins Erzählen zu kommen, ob sie kurz oder lang antworten möchten, bleibt jedoch dem Kind überlassen. Im Gegensatz zu „geschlossenen“ Fragen, auf die nur mit „Ja“ oder „Nein“ geantwortet werden kann und die eher kommunikationshemmend wirken, wie z. B. „Hat Dir das Essen geschmeckt?“, oder „Gehst Du in den Sand?“, laden offene Fragen ein, weiterzudenken und die Lust am Sprechen zu erfahren. „Wohin gehst Du?“ Was möchtest Du in den Sand mitnehmen?“, „Was hat dir am besten geschmeckt?“, „Welchen Weg möchtest Du gehen?“, „Wohin fährt das Auto?“
Ins Gespräch kommen wir an allen Ecken und Orten. Sei es an der Garderobe beim Anziehen, auf dem Weg zur Toilette, an der Tür stehend und auf die anderen wartend, beim Essen, beim Betrachten eines Bilderbuchs… Öffnen wir unsere Ohren und lassen uns ein auf die Gedanken und Worte der Kinder, ist dies die beste alltägliche sprachliche Bildung – wir kommen miteinander ins Gespräch über das, was die Kinder bewegt! So erkennen die Kinder unser Interesse an ihren Themen und können sich so auf unser Beziehungsangebot und Gespräche einlassen. Je früher Kinder Worte finden, Worte hören, gefragt werden und sich als wertvollen Teil einer Gruppe wahrzunehmen, desto früher erkennen sie, wie Sprache wirkt und sie selbst wirksam sein können. Nicht von ungefähr heißt es: Sprache ist der Schlüssel zur Welt!
Kleinste Hinweise, Gesten und Laute, die erst zu Worten werden, sind die Hinweise, die uns Erwachsenen die Welt der Kinder zeigen – wir müssen nur genau hinhören und uns auf diese einlassen und so auch die uns selbst bekannten Wege und Zielvorstellungen mitunter verlassen. Begeistern und in Beziehung gehen können wir mit Kindern, wenn wir ihnen zeigen, dass wir zuhören und uns auf sie einlassen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass es im Flur (im Spiel) regnet und deshalb alle einen Regenschirm brauchen, weil wir sonst pitschnass werden. So lernen wir die Gedanken der Kinder zu Regen kennen, wir erfahren, wie sie sich gegenseitig helfen und (be-)schützen und was sie sich im Miteinander wünschen.
Geschichten miteinander zu spielen, neugierig sein auf das, was die Kinder sich ausdenken, sei es noch so unerwartet und lebendig im jetzigen Moment, das ist es, worauf es ankommt.
Malen, schnipseln, kneten... alles kann die Gelegenheit sein, ins Gespräch zu kommen. Und Kreativität ist eine von 100 Sprachen der Kinder, welche uns hilft, uns auszudrücken, die Welt besser zu verstehen, Sinneswahrnehmungen zu machen und beim Malen, Schnipseln, Kneten… etwas auszudrücken, wofür vielleicht noch keine gesprochenen Worte da sind.
„Wer spielt, der lernt! Wer lernt, der lebt! Wer lebt, der spielt!“ sagte Jörg Roggensack. Und Kreativität und Gestaltung sind auch nur spielerisch lustvoll erlebbar – sobald Druck ausgeübt wird, enge Zeitfenster unser Schaffen einengen oder Vorgaben und Zielvorstellungen einen kreativen Prozess beschneiden, können wir unser Potenzial nicht entfalten. Haben wir Zeit, Ruhe, Ermunterung und offene Ohren von Menschen, die sich für unser Tun interessieren und sich selbst auch mal zurückhalten können, kann der Weg das Ziel und somit alles möglich sein.
Die schönste und wirkungsvollste Wertschätzung, die wir uns Menschen gegenüber bringen können, ist es, uns gegenseitig wirklich zuzuhören!
Claudia Treichel

Sprach-Kita Jona startet singend in die Woche

Seit Mai 2019 treffen sich montagmorgens alle Kinder und Erzieherinnen um 9 Uhr im Turnraum zum gemeinsamen Singen. Ideenstiftend hierfür war der Seniorennachmittag im Mai, für den wir vorher kräftig alte Lieder eingeübt haben.
Claudia Treichel, die Sprachberatung der Kita, begleitet die jungen Sängerinnen und Sänger mit der Gitarre. Alte Lieder wie „Laurentia, liebe Laurentia mein“ gehen sehr in die Knie (da wir bei jedem Wochentag, als auch beim singen von „Laurentia“ in die Knie gehen), wir besingen die „Oma, die im Hühnerstall Motorrad fährt“ und fahren mit der „Bimmelbahn“ zum Tittisee, und vieles mehr….
Gemeinsam schwingen wir uns ein und kommen zusammen in Resonanz.
Nicht nur, dass Singen Glückshormone ausschüttet und uns durch das gemeinsame Tun zusammenbringt, durch Singen wird man klug! Bei regelmäßigem Gesang vernetzen sich die Synapsen unseres Gehirns jedes Mal auf neue, differenzierte Weise. Wenn wir singen, spüren wir Rhythmus, Melodie und Takt. Singen, Bewegungslieder, Sprach-, Reim-, und Fingerspiele schulen auf spielerische Weise das Gefühl für Rhythmus und Reim, regen die Phantasie und Merkfähigkeit an und stärken diese somit. Wir werden also durchs Singen nicht nur beschwingter, ausgeglichener und friedfertiger, sondern auch noch gesündere und klügere Menschen.

Die evangelische Kita JONA ist eine „Sprach-Kita“

Die evangelische Kita JONA in Heusenstamm nimmt am Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ des Bundesfamilienministeriums teil und wird dabei durch eine zusätzliche Fachkraft „Sprach-Kitas“ mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung unterstützt. Sprachkompetenzen eröffnen allen Kindern gleiche Bildungschancen von Anfang an. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sprachliche Bildung besonders wirksam ist, wenn sie früh beginnt.
Weitere Schwerpunkte des Bundesprogramms sind inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien. „Die ev. Kita Jona hat sich auf das Projekt beworben, weil Sprache ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist. Sprachbildung ist ein großes Thema für uns. Die Kinder brauchen Erwachsene, die sensibel und bewusst mit der eigenen Sprache umgehen. Es ist wichtig, die kindlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen und dem kindlichen Interesse an Sprache gerecht zu werden,“ sagt Kerstin Wunderlich, die Leiterin der Kita.
Claudia Treichel übernimmt die Funktion der zusätzlichen Fachkraft „Sprach-Kitas“. Das Projekt Sprach-Kita bietet die Möglichkeit, zunächst ihre eigene Expertise im Bereich sprachliche Bildung auszubauen und diese dann Schritt für Schritt mit dem Team zu teilen.
Frau Treichel begleitet und unterstützt die pädagogischen Fachkräfte in der Kita bei der Weiterentwicklung alltagsintegrierter sprachlicher Bildung. Sie ermutigt die pädagogischen Fachkräfte, ihr Handeln mit Sprache zu begleiten: Sie nutzen Gesprächsanlässe im Kita-Alltag, wie zum Beispiel beim An- und Ausziehen in der Garderobe, und erweitern im feinfühligen Dialog mit dem Kind dessen Wortschatz und Sprachfähigkeiten. Ziel ist es, dass zum Ende des Projektes jede pädagogische Fachkraft unserer Einrichtung sensibilisiert ist, geeignete Sprachanlässe im Alltag mit den Kindern zu nutzen.
Eine zusätzliche Fachberatung „Sprach-Kitas“ unterstützt kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in der „Sprach-Kita“. Mit dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas.
Im Januar 2016 ist das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ gestartet. Mit der Verdopplung der Mittel ab 2017 auf jährlich 200 Millionen Euro können insgesamt bis zu 7000 zusätzliche halbe Fachkraftstellen in Kitas und in der Fachberatung geschaffen werden. Der Bund stellt für die Programme „Sprach-Kitas“ und „Kita-Einstieg“ im Zeitraum zwischen 2016 und 2020 Mittel im Umfang von bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung.
Weitere Informationen zum Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ finden Sie auf der Webseite https://sprach-kitas.fruehe-chancen.de/
Ansprechperson: Kerstin Wunderlich, Leiterin Ev. Kita JONA
Leibnizstr. 44, 63150 Heusenstamm
Tel. 06104/660843
E-Mail: ev.kita.heusenstamm@ekhn-net.de

Team der Kita erweitert

Liebe Kirchengemeinde,
gern möchte ich mich Ihnen vorstellen:
Ich bin Claudia Treichel, 46 Jahre alt, Erzieherin, Kindheitspädagogin, B. A. und Studentin an der Goethe-Universität Frankfurt im Studiengang „Master Erziehungswissenschaften“.
Privat bin ich Mutter von Nuria (18) und Tim (12) und Ehefrau von Roland; zusammen mit unseren Katzen wohnen wir im schönen Messel bei Darmstadt.
Zu meinen Hobbys zählen: Arbeiten mit Holz, Gärtnern, Reisen und Wandern in Großbritannien, Natur und Wald erleben, Yoga, Laufen, Spiele spielen, singen, u. v. a.
Seit Januar 2019 wirke ich in der Kita Jona als Sprachberatung im Bundesprojekt „Sprach-Kita“ und bin somit an drei Tagen in der Woche damit befasst, maßgebliche Themen rund um Sprache, Sprachentwicklung und alltagsintegrierte sprachliche Bildung mit den pädagogischen Teams der Kita und Krippe zu erarbeiten. Auch die regelmäßige Vorstellung der Sprach-Kita- Themen auf der Homepage und Sprach-Kita- Aushängen gehören u. a. zu meinem Wirkungsbereich.
Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen!
Claudia Treichel

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