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Die evangelische Gustav-Adolf-Kirche wird 100 Jahre alt

Zum Jubiläum Anfang September 2023 ist eine Festschrift erschienen. Das Redaktionsteam Dr. Rolf Bollinger, Ulrich Höffken, Karl Rathgeber und Karin Wachendorff haben sich bewusst dafür entschieden, dass es um die Kirche, um das Gebäude, gehen soll. Die Kirchengemeinde selbst wurde erst 1945 eigenständig.
In der Festschrift zum Kirchenjubiläum erfährt man Interessantes zu der ungewöhnlichen Baugeschichte, zu den Umbauten, dem jetzigen Zustand und dem Inventar. Vieles davon war bekannt, anderes ist erst durch Recherchen im Gemeindearchiv zum Vorschein gekommen.
Karl Rathgeber

Hier geht es zum Festgottesdienst auf unserem Youtube Kanal.
Am 3. September 2023 feierte unsere Kirche ihren 100. Geburtstag. Um 14.00 Uhr begann das Jubiläum mit einem Festgottesdienst in der Kirche, bei dem auch die Kantorei sang.
Im Anschluss an den Gottesdienst gab es rund um die Kirche ab 15.00 Uhr ein buntes Programm für Jung und Alt. Für Essen und Trinken war reichlich gesorgt, auch ein Spielemobil für Kinder war aufgebaut. Musikalische Highlights setzten der Kinder- und Jugendchor, der Gospelchor sowie die Bands Sandrock, Noizebox und Florian Hain mit Band, die im Familienzentrum proben.
Um 17 Uhr und 18 Uhr gab es für Interessierte einen Vortrag über die historische Bedeutung der Kirche, um 19 Uhr wurde die Jubiläumsfeier mit einer Abendandacht von Pfarrerin Winkler beendet.

Besser hören in der Kirche durch die neue induktive Höranlage

Seit April 2023 verfügt unsere Kirche über eine induktive Höranlage. Dies ist eine Höranlage, die Menschen mit Hörgerät einen störungsfreien, klaren Klang direkt ins Ohr liefert. Denn gerade in der Kirche ist die Akustik manchmal „hallig“ und über die Lautsprecher nicht immer leicht zu verstehen.
Wenn Sie also ein Hörgerät besitzen, bitten Sie Ihren Hörakustiker doch, Ihre Telefonspule zu aktivieren und Ihnen zu zeigen, wie Sie die Telefonspule selbst einschalten können. Vielleicht benutzen Sie die Telefonspule in Ihrem Hörgerät auch schon, zum Beispiel, wenn Sie telefonieren.
In unserer Kirche ist die neue induktive Höranlage bei jedem Gottesdienst eingeschaltet.
Vielen Dank an dieser Stelle an die Willi-und-Gertrud-Haase Stiftung, die vorrangig für die Seniorenarbeit in unserer Gemeinde zuständig ist und die Höranlage finanziert hat. 
Ein Symbol - angedeutetes weißes Ohr auf blauem Hintergrund - weist auf eine induktive Höranlage hin.
Pfarrerin Corinna Klodt

Paramente in der Kirche

Die violetten Paramente für die Passions- und Adventszeit wurden im Gottesdienst am 01. März 2020 begrüßt. Die Paramente (Paramente kommt von lat. parare mensam - den Tisch bereiten) für Altar und Kanzel wurden wie bereits die grünen Paramente in der Ratzeburger Paramentenwerkstatt nach Entwürfen von Kathrin Niemeyer gefertigt. Die Paramente sind aus Schurwolle und Leinen in Gobelintechnik von Hand gewebt.
Susanne Winkler für den Kirchenvorstand  

Im Gottesdienst am 09.07.2017 wurden die grünen Paramente in den liturgischen Dienst übergeben, sie wurden eingeweiht.
Für die Kosten in Höhe von 3 685 € wurden nach und nach 3030€ gespendet, allen Spenderinnen und Spendern ein herzliches Danke schön.
Für die Herstellung der Paramente war die Ratzeburger Paramentenwerk mit dem Entwurf der Künstlerin Kathrin Niemeyer für den Altar und die Kanzel ausgewählt worden.  
Die Paramente sind aus Schurwolle und Leinen in Gobelintechnik von Hand gewebt. Die Motive knüpfen an die expressive Gestaltung des Altars und der Deckenbemalung an.
„Grün ist die Farbe der Fruchtbarkeit und der grünenden Natur. Sie steht für Hoffnung, Wachstum und Reife und findet zu den übrigen Zeiten und Festtage des Kirchenjahres Verwendung, insbesondere im Sommer.“
Aufmerksam machte Pfarrerin Winkler auch auf die Besonderheiten bzw. Neuheiten. Das Altar-Parament wird nur vorgehängt und liegt nicht darüber, so dass der Blick auf den Altar frei wird. Auch das Altartuch deckt lediglich die Altarplatte ab. Schön kommt dadurch die ‚Verwandtschaft‘ von Taufstein und Altar zur Geltung, die beiden ältesten Teile der Kirche. Die dezenten anderen Farbtöne der Paramente stellen eine Verbindung zum Blau und zum Ocker in der Decke her.
Karin Wachendorff

Kirchenchronik

Erstellt von David S. Faber auf Basis der Broschüre "Vorgeschichte, Entstehung und Leben der Gustav-Adolf-Kirche" von Dieter Sossenheimer

Die Geschichte der evangelischen Christen in Heusenstamm geht lange zurück,
erste Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1565.
Im Folgenden sollen nun in einem Abriss einige historische Hintergründe zur Vorgeschichte, der Entstehung und Entwicklung der Evangelischen Kirchengemeinde Heusenstamm und der Gustav-Adolf-Kirche vorgestellt werden.
1565 Nachdem Graf Eberhard von Heusenstamm zum protestantischen Glauben übergetreten war, wurde der erste lutheranische Pfarrer von ihm in Heusenstamm eingesetzt.
1611 Im Verlauf der Gegenreformation und infolge der Aktivitäten von aus Frankfurt kommenden Franziskanern und Dominikanern wurde in dem zunächst evangelischen Heusenstamm die katholische Religion wieder eingeführt.
1670 Spätestens bis zu diesem Jahr war die Bevölkerung bis auf die ansässigen Juden wieder vollständig dem katholischen Glauben beigetreten. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten neben Katholiken und Juden auch wieder Protestanten in Heusenstamm.
1861 Mit der Entwicklung des protestantischen Bevölkerungsanteils entstand nun wieder das Bedürfnis und die Veranlassung für gottesdienstliches und gemeindliches Leben, das mit dem im Herbst 1861 ersten evangelischen Gottesdienst in Heusenstamm seine Bestätigung fand.
1869 Mit Einweihung der neu erbauten Kapelle in Bieber und durch die sehr begrenzten räumlichen Möglichkeiten in Heusenstamm fanden nun alle weiteren Gottesdienste an jedem zweiten Sonntag und an allen Festtagen in der Kapelle von Bieber statt.
1911 Durch die Bemühungen des Frauenkreises und des neu gegründeten Männerkreises konnte das Ziel realisiert werden, in Heusenstamm wieder Gottesdienste feiern zu können. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wurde am 06. Oktober 1911 der Kaufvertrag für einen Bauplatz unterschrieben. Durch die maßgebliche Unterstützung der Gustav-Adolf-Stiftung, eines Restbestands des früheren Unterstützungsvereins Heusenstammer Protestanten, dem Verkauf von Bausteinen zu 25 und 50 Pfennige sowie unzähliger weiterer Spenden konnten die Kosten für das Grundstück bezahlt werden.
1913 Mit der am 02. März 1913 erfolgten Umwandlungen des Männervereis in den Kirchenbauverein erhielten die Bemühungen, den Kirchenbau zu realisieren einen neuen Impuls.
1914- 1918 Die nun folgenden Kriegsjahre brachten jegliche Weiterentwicklung zum Erliegen. Auch nach Beendigung des Krieges führten die Folgeerscheinungen wie anhaltende Lebensmittelnot, wilde Streiks und Arbeitslosigkeit dazu, dass erst im
Mai 1921 die Aufstellung der Baupläne und die Baukostenberechnung durch den Kirchenbauverein in Auftrag gegeben wurden. Bei dem Reformationsgottesdienst des gleichen Jahres wird die Urkunde verlesen, aus der die vom Gustav-Adolf-Verein erteilte Erlaubnis zum Bau einer festlichen Kapelle hervorgeht. Neben unzähligen kleinen und größeren Geldspenden wurden auch 200 Freifuhren von Dietzenbacher Bauersleuten für den Transport von Steinen und Holz zugesagt.
1922  Am 29. Januar wurden die Pläne des Architekten Pfuhl angenommen. Die Bauerlaubnis wurde am 24. April erteilt. Durch die ersten Vorboten der Inflation gingen auch die Arbeitslöhne sprunghaft in die Höhe. So war bei der Vergabe der Bauvorarbeiten die billigste Offerte für den Rohbau der Kirche höher als der Gesamtkostenvoranschlag, der für Rohbau und Inneneinrichtung vorgesehen war. Dennoch wurde an der Ausführung des Baues festgehalten. "Der Kirchenbau in Heusenstamm ist Ehrensache der Evangelischen Landeskirche. Die Kirche wird gebaut, koste sie, was sie wolle." Der erste Spatenstich wurde am 15. Mai 1922 durchgeführt. Am 25. Juni erfolgte die feierliche Grundsteinlegung. Die Baukosten: 73 Billionen 4 Milliarden 221 Millionen 367 Tausend 662 Mark und 17 Pfennige (damalige Inflationsmark)
1925 Am 11.02.1925 wurde Heusenstamm selbstständige Filialgemeinde von Bieber. Im Laufe des Jahres bekam die Kirche zu Heusenstamm nicht bloß Anschluss an das elektrische Licht, sondern auch ihre Heizungsanlage im auszementierten Keller sowie eine gärtnerische Anlage vor dem Kirchengebäude. Am 1. November 1925 wurde die erste Gemeindevertretung und am 15. November der erste Kirchenvorstand gewählt.
1926 Im Dezember 1926 wurde der erste Glockenstuhl aufgeschlagen, der im Juni 1927 durch einen stärkeren Glockenstuhl ersetzt wurde. Im Juli standen drei gebrauchte Glocken zur Besichtigung, bevor sie im Glockenstuhl aufgehängt und montiert wurden. Im August wurden Kirchenbänke geliefert und gestrichen. Ausserdem erfolgte der Verputz von außen sowie der Einbau der Kriegsgedächtnistafel.
1930 Für 1290 Mark wurde das erste Harmonium im Oktober 1930 für die Kirche und den Kirchenchor angeschafft. Das Instrument erklang zum ersten Mal anlässlich des Erntedankfestes.
1942 Im Januar wurden zwei der drei Glocken abgehängt und der "Vaterlandsverteidigung" zugeführt.
1943
Bei einem Luftangriff auf Heusenstamm entstanden schwere Sachschäden
an der Ev. Kirche.
1954
Bei der Renovierung wurde eine von der Offenbacher Kunstschule gestaltete Wandmalerei der Bergpredigt an der Stirnwand der Kirche vernichtet. Darüber hinaus wurde die Decke abgedeckt und genauso wie das Gestühl grau gestrichen.
1963 Anschaffung eines Taufstein für die Kirche. Die Taufschale wurde im August 1912 von einem Gutspächter des Patershäuser Hofes und dessen Gemahlin gestiftet.
1974 erfolgte eine umfangreiche Renovierung, wobei der Innenraum der Kirche durch die Einbeziehung eines Chorraumes sowie der Verkleinerung der Empore effektiv sowie optisch größer wurde. Nun konnten bis zu 250 Personen in der Kirche Platz finden. Die bei der Renovierung in 1954 abgedeckte Decke wurde wieder freigelegt und die Deckenbemalung aufgefrischt.
1985 Ab dem Herbst zeigte die Stirnwand unserer Kirche einen Wandteppich, dessen Gestaltung durch die Entwürfe eines früheren Kirchenvorstands geprägt wurde. Die Duchführung, bestehend aus Wolle vom Erzeuger kaufen, waschen, kämmen, spinnen und einfärben wurde durch großes Engagement der Ehefrau eines früheren Pfarrers sowie vieler Gemeindeglieder in mehr als 900-stündiger Arbeit abgeschlossen.
1991 Nach 70 Jahren wird das Dach der Kirche mit Altdeutschen Schiefertafeln
neu gedeckt.
1999 Renovierung des Innenraums der Kirche

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